Storchenwiese
Die Individuenzahl des Weißstorches (Ciconia ciconia) ist in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen. Dies lässt sich auf den Siedlungsbau zurückführen, der den Lebensraum des Weißstorches in Mitteleuropa stark eingeengt hat. Als weiteren Grund sind Hochspannungsleitungen und Autobahnen zu nennen, die dazu beitragen, dass viele Tiere auf ihrem Weg in den Süden verenden.
Zuhause fühlen sich diese Vögel, zur entsprechenden Jahreszeit, auch in den afrikanischen Savannen. Auf ihrer Reise in den Süden legen sie mehrere Tausend Kilometer zurück. Bei uns in Mitteleuropa brüten die Vögel nach ihrer Heimkehr. Dabei werden alte Storchennester aus dem Vorjahr wiederverwendet und ausgebessert. Nach 33 Tagen schlüpfen die Jungvögel aus den Eiern (meist 3-6). Beide Elternvögel sorgen sich um die Nachkommen. Während sich der eine auf Nahrungssuche begibt, bewacht der andere das Nest. Mit ihrem kräftigen Schnabel, wissen die Altvögel ihren Nachwuchs zu verteidigen.
Den Störchen leisten die Rothalsgänse (Branta ruficolis) Gesellschaft. Auch sie waren über einen Zeitraum in den 1950er und 60er Jahren stark bedroht. Sie wurden starkt bejagt und der Einsatz von DDT-Pflanzenschutzmitteln reduzierte den Bestand der Art. Da es sich um Zugvögel handelt, die von der europäischen Arktis nis nach Zentralasien ziehen, mussten Schutzmaßnahmen auf der gesamten Zugstrecke vorgenommen werden. Heute hat sich der Bestand bis auf 40.000 Tiere erholt. Diese Tierart wird durch das Washingtoner-Artenschutzabkommen sowie durch die EU-Vogelschutzrichtlinie geschützt.